Eine Sims 3 Story von Simversum
Willkommen zur zweiten Folge von Der Sternenbeobachter. Nachdem Elian Graustein in Twinbrook angekommen ist und sein Zuhause im Nebel gefunden hat, beginnt nun die eigentliche Reise. Zwischen Teleskop und Sümpfen entdeckt er kleine Zeichen, die mehr versprechen als bloße Zufälle. Was sagen die Sterne und welche Botschaften birgt die Erde? Begleite Elian dabei, wie er seine ersten Beobachtungen macht und die Sprache der Welt zu lernen beginnt.
Das Teleskop im Nebel
Elian hatte sein Teleskop erst vor wenigen Tagen her gebracht. Es stand noch immer sicher verpackt neben vielen Kisten mitten in der Hütte und wartete auf seinen endgültigen Platz. Er schaute sich um, denn das Haus war ihm genauso neu und unbekannt wie Twinbrook. Die hölzerne Terrasse hinter dem Haus schien am vielversprechendsten. Sie war intakt, trocken und hoch genug, um es vor dem feuchten Sumpf zu schützen. „Hoffentlich hält sie das Gewicht aus“, dachte er sich und schleppte es mit Mühe hinter die Hütte. Mittlerweile, und fast unbemerkt, war auch die Dämmerung hereingebrochen und der Nebel kroch in Schwaden über den Boden. Seine anderen Sachen mussten dann wohl bis morgen warten, denn er konnte es nicht erwarten, noch heute durch sein geliebtes Teleskop zu schauen.
In den nächsten Tagen führte er die ersten längeren Beobachtungen durch. Die Nächte und der Ort waren wie geschaffen für ihn: Keine störenden Lichter, keine aufdringlichen Nachbarn. Nur der Sumpf war zeitweise etwas herausfordernd, gerade wenn der feuchte Nebel bis zur Hütte waberte. Solange er aber nicht die Sicht nach oben verhinderte, nahm Elian kaum Notiz davon.
Er war glücklich. Am Nachthimmel die vertrauten Sternbilder, die er schon kannte, und die ruhige Bewegung des Mondes über den Baumwipfeln. Nur einmal fiel ihm ein Punkt auf, heller als die anderen, der nicht so richtig ins Muster passte. Kein Planet, der ihm geläufig wäre, kein Stern, den er je zuvor gesehen hatte. Er zog sein altes Notizbuch aus der Tasche und notierte sich sorgfältig alle Hinweise. Fast so, als ob sie später von Bedeutung sein könnten.

So vergingen viele Nächte und mit jeder Stunde am Teleskop wuchs seine Faszination. Elian spürte, dass er am Anfang einer Reise stand – einer Reise, die nicht nur durch die Sümpfe führte, sondern hinaus in die Weite des Kosmos.
Die Sprache der Steine
Nach einigen Tagen zog es Elian auf eine ausgedehnte Erkundungstour. Die Umgebung war bei Sonnenschein weit weniger mystisch und geheimnisvoll. Der Boden war weich, manchmal verschluckte er seine Schritte und doch fühlte er sich von der Landschaft getragen. Zwischen Gras, Wasser und Nebelfeldern blitzten kleine, fast unscheinbare Steine auf. Doch sie hatten etwas besonderes und eigenartiges an sich. Manche schimmerten im Licht, andere wirkten rau und alt, als hätten sie schon lange auf jemanden gewartet, der ihre Bedeutung erkennt.
Elian begann damit, sie zu sammeln. Dabei verging so manche Stunde in der er seine eigenen Bedürfnisse viel zu sehr vernachlässigte. Oft kam er hungrig und verdreckt aus den Sümpfen nach Hause, um anschließend seine Funde fein säuberlich auf einem Holztisch abzulegen. Manche passten wie Puzzleteile zusammen, andere schienen Muster zu bilden, die er nicht deuten konnte. Er notiere Form und Farbe in seinem Notizbuch, so sorgfältig wie seine Beobachtungen der Sterne. Es war, als ob die Erde selbst ihm Botschaften schickte – und er war entschlossen, diese Sprache zu lernen.

Mit jedem Stein den er fand, wuchs seine Neugier. Er spürte, wie sein Geist schärfer wurde und wie er begann, die ersten Zusammenhänge zu erkennen. Es war ein kleiner, wichtiger Schritt: „Heute habe ich begonnen, die Logik der Welt zu verstehen“, schrieb er in sein Heft.
Der Satz war unscheinbar, doch für ihn bedeutete er alles. Denn er vermutete, dass die Steine mehr waren als bloße Fundstücke. Sie waren Teil eines größeren Ganzen, dass ihn tiefer in die Geheimnisse von Twinbrook führen würde. Zudem waren sie recht hübsch, wenn er sie schleifen ließ. Einige davon konnte er mit etwas Gewinn verkaufen, denn das Leben in der hiesigen Nachbarschaft war nicht gerade billig.
Zwischen Erde und Himmel
Elian begann, die Tage und Nächte wie zwei verschiedene Welten zu erleben. Tagsüber streifte er durch die Sümpfe, sammelte Steine und lauschte dem Flüstern der Natur. Die Funde schienen kleine Rätsel zu sein, die ihn herausforderten. Kleine Hinweise, dass die Erde selbst Geschichten bewahrte, die es zu offenbaren galt.
Doch sobald die Sonne am Horizont versank und der Nebel wieder dichter wurde, verlagerte sich sein Blick nach oben. Das Teleskop wurde zu einem Tor in eine andere, weit entfernte Welt. Die Sterne funkelten wie uralte Zeichen, die darauf warteten, ebenfalls gelesen zu werden. Und der helle Punkt, der jede Nacht erschien, ließ ihn nicht los. Er war wie ein Versprechen, dass der Himmel Antworten bereithielt.
Elian spürte, dass beide Welten miteinander verbunden waren – doch er konnte es nicht deuten. Als ob die Erde und der Himmel Teil desselben Rätsels waren. Ein Rätsel, dass für ihn bestimmt war: er war ein Beobachter, der nicht nur sehen sollte, sondern auch verstehen.
Ein Schatten in der Dunkelheit
So gingen weitere Tage und Nächte ins Land, Elian lebte sich langsam ein. Die Tage waren erfüllt von Geräuschen, die Nächte in Twinbrook waren still. Gerade hier, weit abseits der anderen Häuser, war kaum ein Laut zu vernehmen. Doch manchmal, wenn Elian lange am Teleskop verweilte, hörte er mehr als nur das Zirpen von Grillen oder das Quaken von Fröschen. Ein Rascheln in der Ferne. Schritte, die nicht seine waren, ein Geräusch, dass schnell wieder verstummte. Der Nebel schien lebendig und mehr zu verbergen als er preisgab.
Eines Abends, als er besonders lange und ausführliche Beobachtungen durchführte, glaubte er sogar, eine Gestalt zwischen den Bäumen zu sehen. Nur für einen kurzen Augenblick – zu wenig, um es zu deuten. War es ein Tier? Oder ein Sim der Nachbarschaft? Oder doch nur die Einbildung eines Mannes, der zu lange in die Dunkelheit starrte? Elian wusste es nicht, doch die Unruhe blieb bestehen.
In seinem Heft notierte er die Worte „Die Sterne sprechen, doch auch die Erde antwortet.“ Dieser Satz schien ihn zu beruhigen und doch führte er zu Unbehagen. Denn er spürte, dass da mehr in den Sümpfen war, als er ahnte. Und während er den Blick wieder gen Himmel richtete, fiel sein Auge erneut auf den Punkt, der Nacht für Nacht dort stand. Ein Zeichen, ein Versprechen – und vielleicht eine Warnung.
Damit bist du am Ende von Teil zwei angekommen und ich hoffe, es hat dir gefallen. Begleite Elian weiter in Der Sternenbeobachter #03 – Das Flüstern der Sümpfe und erfahre, was sie für ihn bereithalten. Weitere Geschichten rund um Sims 3 findest du im Simversum Story-Archiv.
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